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„Kindheit und Jugend in drei deutschen Staaten: Und dazwischen ein Weltkrieg“

Das ist der Titel eines Buches und gleichzeitig der Name unseres Projektes, an dem wir Schüler des 10. und 11. Jahrgangs im Rahmen der Projekttage „25 Jahre Deutsche Einheit“ am Johannes-Kepler-Gymnasium arbeiten.

Viele von uns wählten das Projekt, ohne wirklich eine Vorstellung davon zu haben, wie das Leben eines Jugendlichen in unserem Alter zwischen 1930 und 1955 aussah. Daher recherchierten wir am Mittwoch, wie eine „Standard-Kindheit“ im Dritten Reich, in der DDR und in der BRD aussah. Überrascht stellten wir Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten fest.

Am Donnerstag besuchte uns Wolfgang Steinbrecht, der Autor des oben erwähnten Buches, im Unterricht. Zunächst erzählte er uns von seiner Jugend und den Unterschieden des alltäglichen Lebens zu heute. Wir erfuhren, wie es ihm in der Hitlerjugend erging und wie die herrschende Diktatur seinen Alltag prägte.

Anschließend berichtete er von seinem persönlichen Kampf ums Überleben während des zweiten Weltkriegs. Steinbrechts Vater, der nach Ende des Krieges gefangen genommen wurde, kehrte nie wieder aus dem Gefängnis zurück. Zusammen mit seiner Mutter musste Steinbrecht sich durch die von Zerstörung und Hunger geprägten Jahre nach dem 2. Weltkrieg durchschlagen. Mit 18 Jahren lagen schon eine Ausbildung als Luftwaffenhelfer und einige Monate Kriegsgefangenschaft hinter ihm. Er betonte, dass er trotz allem wahnsinniges Glück gehabt hatte, nicht mehr an die Front geschickt worden zu sein. Im Gegensatz zu anderen Schulkameraden habe er den Krieg körperlich unversehrt überstanden.

Auf die Frage, welche die schönsten Jahre seines bisherigen Lebens waren, antwortete der 88-Jährige, dass es mit der Zeit einfach immer schöner geworden war. Trotz seines hohen Alters genieße er das Leben immer noch in vollen Zügen.

Alina Weißbach (16), Schülerin des 11. Jahrgangs, war beeindruckt davon, wie offen Steinbrecht über seine Vergangenheit erzählte und wie lebendig er seinen Vortrag durch Kleinigkeiten und lustige Anekdoten gestaltet hatte. Sie fand es sehr bemerkenswert, dass Steinbrecht sich mit den Hürden jeder Zeit abgefunden hatte. Für ihn sei seine Vergangenheit endgültig abgeschlossen.

Am Freitagvormittag bereiteten wir bereichert durch das Gespräch mit Herrn Steinbrecht eine PowerPoint Präsentation über unser Projekt vor.

Nachmittags konnten interessierte Mitschüler, Eltern und Lehrer sich dann unsere Präsentation über das Erwachsenwerden in drei verschiedenen Staaten und politischen Systemen anschauen.

Wir Schüler haben in den Projekttagen eine Menge Neues erfahren, und sind vor allem Herrn Steinbrecht sehr dankbar für seinen Vortrag und seine ausführlichen Antworten auf unsere Fragen. Uns wurde während der drei Projekttage bewusst, wie gut es unserer Generation eigentlich ging, da wir weder Kriege noch Inflationen, Armut und Hunger am eigenen Leib erfahren mussten.

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W. Steinbrecht mit seinem Buch am JKG